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Preise für nachhaltige Bauprojekte

Gewinner der Holcim Awards 2005 in Europa
Gewinner der Holcim Awards 2005 in Europa

Die Holcim Foundation for Sustainable Construction hat die besten nachhaltigen Bauprojekte in Europa gesucht - und die Preisträger in Genf im Rahmen eines Festaktes mit rund einer Viertelmillion Franken prämiert. Bundesrat Joseph Deiss hielt in seiner Ansprache fest, dass “Nachhaltigkeit” in allen Bereichen des Zusammenlebens notwendig sei, in der Schweiz auf bewährter Tradition erfolge und mit ökonomischem Handeln und ökologischem Verhalten in Übereinstimmung stehe.

Die im Herbst 2003 ins Leben gerufene und vom Baustoffkonzern Holcim Ltd getragene Holcim Foundation for Sustainable Construction lancierte im vergangenen Herbst einen globalen Wettbewerb zum Thema nachhaltiges Bauen. Die Stiftung will damit unter Architekten, Planern, Ingenieuren und Bauherren die Diskussion um das nachhaltige Bauen anregen und Bauprojekte mit Vorbildcharakter auszeichnen.

Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung

Die Preise für die Region Europa wurden im Bâtiment des Forces Motrices in Genf im Rahmen eines Festaktes verliehen. Zur Preisübergabe in Genf waren über 300 Politiker, Diplomaten, Architekten und Vertreter der Wirtschaft aus 20 europäischen Ländern anwesend.

Bundesrat Joseph Deiss bezeichnete die Holcim Awards als eine private Initiative, die den Begriff der Nachhaltigkeit auf breiter Ebene fassbar mache: „Aktivitäten wie dieser Projektwettbewerb sind ein Zeichen dafür, dass es einer Industrie gelingen kann, Massstäbe zu setzen und diesen über die eigenen Grenzen hinaus Nachachtung zu verschaffen“, sagte Deiss.

In seiner Grussadresse betonte Stiftungsratspräsident und CEO von Holcim Ltd, Markus Akermann, dass Fortschritt und nachhaltige Entwicklung eng mit dem Namen Holcim verbunden seien: “Mit unserer Foundation leisten wir einen Beitrag zur Verständnisförderung rund um das nachhaltige Bauen”.

Gold für ein Aufbau- und Erneuerungsprojekt

Der mit 100'000 US-Dollar dotierte erste Preis ging an Professor Luigi Centola aus Rom für ein Rekultivierungsprojekt in einem Seitental bei Amalfi in Italien. Es handelt sich dabei um eine grossflächige Restaurierungs- und Erneuerungsstrategie, die nach den Worten des Jury-Präsidenten, Professor Mohsen Mostafavi (USA), “historische und moderne Architektur ausgezeichnet kombiniert“. Das Projekt könne der wirtschaftlich geschwächten Region wichtige Impulse verleihen, sagte der Dekan des College of Architecture, Art & Planning an der Cornell University (USA). Die ausgezeichnete Arbeit ist nicht von einer Einzelperson, sondern von mehreren Teams aus der Industrie, von Hochschulen und staatlichen Institutionen entwickelt worden. Diese Zusammenarbeit ist typisch für Projekte im Bereich des nachhaltigen Bauens – denn Nachhaltigkeit betrifft stets vielfältige Aspekte.

Silber für einen Bahnhof

Der zweite Preis im Wert von 50'000 US-Dollar wurde Christoph Ingenhoven aus Düsseldorf übergeben. Der deutsche Architekt hatte ein Projekt für eine neue ICE-Station in Stuttgart eingereicht, das bezüglich Architektur, Landschaftsdesign, Ingenieurskunst und vieler weiterer Bereiche des Bauwesens überzeugt. Der Bahnhof ist unterirdisch angelegt; dadurch wird Land freigegeben, das sich für ein neues urbanes Zentrum nutzen lässt. Ein raffiniertes ökologisches System führt Tageslicht in die Station, die darüber hinaus mit sehr wenig Material gebaut werden kann. “Dieses Projekt etabliert auf ästhetische Weise einen Dialog zwischen natürlicher und von Menschen gemachter Umgebung“, betonte Jury-Präsident Mohsen Mostafavi.

Bronze für einen Marktplatz

Der dritte Preis in Höhe von 25'000 US-Dollar ging an Jürgen Mayer H., Architekt aus Berlin, und Carlos Merino, Ingenieur aus Madrid. Sie hatten das Projekt “Metropol Parasol“ eingereicht, die architektonisch bestechende Neugestaltung eines zentralen, aber bislang kaum genutzten Marktplatzes in Sevilla. “Bei diesem Bauwerk handelt es sich um ein echtes Monument, das die Bedeutung des Marktplatzes in der Stadt betont und eine ästhetisch höchst befriedigende Antwort auf den oft kritisierten Verlust an öffentlichem Raum gibt“, urteilte die Jury. Die riesigen Schirme in Pilzform, die den Platz beschatten, gehen auf nachhaltige Weise auf die klimatischen Bedingungen in Südspanien ein. Der Platz wird so zu einem attraktiven Zentrum, das allen Formen sozialer Aktivitäten Raum bietet und sich zu einem touristischen Magnet mit weltweiter Ausstrahlung entwickeln könnte.

Je drei Nachwuchs- und Anerkennungspreise

In Genf wurden zusätzlich zu den drei Holcim Awards auch je drei Anerkennungs- und Nachwuchspreise vergeben. Anerkennungspreise werden für Projekte ausgerichtet, die für das nachhaltige Bauen wegweisend sein können. Mit Nachwuchspreisen werden die Leistungen junger Berufsleute gewürdigt, deren Projekte durch faszinierende und anregende Ideen auffallen. “Vor allem aber können wir damit die junge Generation stärker in den Wettbewerb einbeziehen – und das ist besonders wichtig, denn Nachhaltigkeit hat immer mit Zukunft zu tun“, meinte Hans-Rudolf Schalcher, ETH-Professor und Stiftungsrat der Holcim Foundation, der die Nachwuchspreise überreichte. Einer davon ging an einen jungen Schweizer Designer aus Zürich. Weitere Auszeichnungen konnten von Fachleuten aus Italien und Spanien entgegengenommen werden; eine davon für ein Projekt, das in Portugal ausgeführt wird.

Unabhängige, hochkarätige Jury

Beurteilt wurden die eingereichten Projekte durch eine unabhängige Jury aus führenden Architekten, Ingenieuren und Hochschulprofessoren. Als Massstab dienten der 12-köpfigen Jury fünf Kriterien für nachhaltiges Bauen, auf die sich die Holcim Foundation for Sustainable Construction beruft. Diese Kriterien wurden in enger Zusammenarbeit mit renommierten Universitäten definiert – wie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Schweiz) oder dem Massachusetts Institute of Technology (USA). Die Kriterien reichen von ökologischer und ästhetischer Qualität bis zu ethischen Anforderungen und Wirtschaftlichkeit.

Rund ein Viertel der weltweiten Eingaben aus Europa

Der Wettbewerb stiess in Europa mit fast 400 Eingaben aus mehr als 20 Ländern auf grosses Interesse. Global gab es mehr als 1'500 Projekte aus 118 Staaten zu beurteilen. Die Bandbreite der Eingaben war enorm, sie reichte von innovativen Materialien und Bauelementen bis zu nachhaltigen Konzepten für Grossbauten und Stadtentwicklungsplänen.

Die Holcim Foundation for Sustainable Construction würdigt in diesem Jahr die regionalen Preisträger in den fünf Regionen Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Afrika/Naher Osten und Asien/Ozeanien. Die drei besten Projekte jeder Region nehmen automatisch am Wettbewerb um die globalen Auszeichnungen teil, die im April 2006 in Bangkok verliehen werden.

Gewinner Holcim Awards Wettbewerb 2005 – Europa

1. Preis (Holcim Awards Gold)

Projekt: Wasserkraft - Erneuerungsstrategie für das Mulini-Tal bei Amalfi (Italien)
Gewinner: Luigi Centola, Professor für Design an der Universität La Sapienza, Rom und Mariagiovanna Riitano, Professor für Economic-Political Geography, Universität der Salerno, Fisciano, Italien

2. Preis (Holcim Awards Silber)

Projekt: Neuer Hauptbahnhof für Stuttgart (Deutschland).
Gewinner: Christoph Ingenhoven, Architekt aus Düsseldorf.

3. Preis (Holcim Awards Bronze)

Projekt: “Metropol Parasol“ in Sevilla (Spanien).
Gewinner: Jürgen Mayer H., Architekt aus Berlin, und Carlos Merino, Ingenieur aus Madrid.

Anerkennungspreise

Bulevar Ecológico en la Nueva Ampliación Urbana, Madrid, Spanien: Belinda Tato Serrano, Jose Luis Vallejo Mateo und Diego Garcia-Setien Terol, Architekten aus Madrid.
Alternative Economy City in the Ex-Slaughterhouse, Rom, Italien: Luciano Cupelloni, Architekt und Professor La Sapienza Universität, Rom.
La Misteriosa Historia del Jardín que produce Agua, Cehegín, Spanien: Monica Garcia Fernandez und Javier Rubio Montero, Architekten aus Madrid.

Nachwuchspreise

Instituto Europeo de Investigaciones Artísticas, Lissabon, Portugal: Ignacio Peydro und Isabel Collado de Alarcon, Architekten aus Madrid.
Environmental Education Center in the Woods, Venedig, Italien: Vincenzo De Luce, und Marina Orlando, Architekten aus Neapel.
Center of Sustainable Development, Zürich, Schweiz: Designer Michael Gehret aus Zürich.

Last Updated: September 16, 2005
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